Zum 08. März
Zum 08. März
Der 8. März erinnert jedes Jahr daran, dass Frauenrechte und Gleichstellung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern kontinuierlich erarbeitet werden müssen. Wer sich heute für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und eine demokratische Gesellschaft einsetzt, verdient Schutz, Unterstützung und Solidarität – nicht Anfeindungen.
Die Meldestelle Antifeminismus dokumentiert antifeministische Angriffe, um sichtbar zu machen, was zu oft ignoriert und relativiert wird: Antifeminismus, insbesondere in Verbindung mit Rechtsextremismus und autoritären menschenfeindlichen Ideologien, ist und bleibt eine der wesentlichen Bedrohungen für eine vielfältige demokratische Gesellschaft und die Sicherheit eines Großteils der Bevölkerung. Angriffe auf Frauenrechte und Gleichstellungsarbeit, die Einschränkung körperlicher, reproduktiver und geschlechtlicher Selbstbestimmung, Femizide und Hasskriminalität sind keine Meinung – sie sind gewaltvolle Realitäten. Das weltweite Erstarken antifeministischer Einstellungen und autoritärer Bewegungen muss im Zusammenhang mit dem wachsenden Ausmaß misogyner, aber auch rassistischer und antisemitischer Gewalt sowie den teils systematischen Angriffen auf die Zivilgesellschaft, engagierte Frauen und queere Menschen auch in Deutschland kritisiert werden.
Gleichzeitig steht der 8. März auch für Hoffnung, Veränderung und Verbundenheit. Dies sehen und erleben wir in unserer Arbeit immer wieder: Hinter den dokumentierten Vorfällen, Unterstützungsanfragen, kollegialem Austausch und geteiltem Wissen zum Umgang mit Angriffen und Bedrohungen stehen immer Menschen und Initiativen, die sich für soziale Gerechtigkeit, die Unterstützung von Betroffenen nach Gewalt und Diskriminierung sowie intersektionale Perspektiven einsetzen. Wir erleben täglich, wie vielfältig das Engagement für Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen ist – von Fraueninitiativen im ländlichen Raum über Gleichstellungsstellen in den Kommunen; Fachberatungsstellen; Selbstorganisationen geflüchteter Frauen; Solidaritätsnetzwerke; Initiativen, die an die Betroffenen rechter, rassistischer, antisemitischer und queerfeindlicher Gewalt und Anschläge erinnern; bis hin zu Forschung, Journalismus und Gegenrede im digitalen Raum. Diese Menschen und Strukturen verdienen Rückhalt.
Auch in Zeiten autoritärer Dynamiken muss eine (geschlechter-)gerechte Gesellschaft vorstell- und sichtbar bleiben: Sie ist schon immer, nicht nur am 08. März, die Zukunftsvision und Motivation von Vielen. Feministische Realitäten und Visionen werden heute bereits vielerorts gelebt, gedacht und für die weitere Zukunft gestaltet.